Wenn Gnade von jemandem strömt, der erwacht ist, dann berühren diese Worte direkt unser Herz.

Worte, die Gurpreetji in den Satsangs*1 gesprochen hat, wurden in diesem Büchlein zusammengetragen, weil sie als besonders wertvoll empfunden wurden.

DAS UNBEKANNTE

Beim letzten retreat*² haben wir darüber gesprochen, dass der Teil der Person, der ihr unbewusst ist, extrem groß ist. Unbewusst bedeutet hier, dass du dir dieses Teiles nicht gewahr bist und wenn dieser Teil im Unbewussten bleibt, dann bleibt etwas ungelöst in dir. Nach und nach beginnst du dann, diese Teile von dir, derer du dir so lange nicht gewahr warst zu erwecken und lernst dabei Schritt für Schritt, sie zu sehen. Deshalb nennen wir diesen Prozess "Sehen". Dieses Sehen ist wichtig. Zuerst beginnst du dadurch zu sehen, dass etwas deine Neugier weckt und dann ganz langsam lernst du, einen Teil zu sehen. Dann beginnst du durch diesen Teil Schritt für Schritt andere Teile in dir, derer du dir nicht bewusst bist, zu öffnen. Diesen Prozess nennen wir "Erwachen". Eine Erwachte Person kennt ihr wahres Selbst, etwas in ihr hat sich entfaltet. Wenn die Person sich nicht entfaltet, bleibt da ein Geheimnis. Deshalb flüchtet sich die Person leicht in ihre Glaubenssysteme. Es fällt ihr leichter sich auf diese zu verlassen. Jetzt aber ist es an der Zeit in dir selbst zu erwachen, so dass es kein Geheimnis mehr gibt in dir. Sonst bleibt Gott - durch dieses viele Unbewusste in dir - für immer ein Geheimnis. Durch diese Unbewusstheit wird so vieles erschaffen und das was du erschaffst ist unwirklich, weil es von den unbewussten Teilen erschaffen wurde. Und das ist der Grund, weshalb der Mensch so sehr unter dem leidet, was er erschafft.

 

Wenn du zu sehen beginnst, gehst du durch sehr viele Schichten von erschaffenem Selbst. Während du durch diese Schichten gehst, fühlst du dich
wund, zerbrochen, entmutigt, spürst Misstrauen, einfach alles. So gelangst du auf unterschiedlichsten Wegen in dein Innerstes. Während du alle diese Zustände in deinem Innern durchlebst, verändert sich das Bild, das du im Außen siehst, sehr stark. Das äußere Bild wandelt sich fortwährend. Je mehr du dich nach innen wendest, umso mehr verändert erscheint dir die Welt im Außen. Das äußere Bild wandelt sich vollständig. Und ja, es ist erforderlich, dass das Sehnen in dir stärker wird, damit du dich nicht wieder an der Oberfläche festhältst, selbst wenn es sich in dir sehr flach anfühlt. Selbst dieser Zustand ist nur eine Schicht und wird sich verändern. Sowie du dich im Innern veränderst, wird nichts bleiben wie es ist. Das Sehen verändert sich, die Gefühle, das Misstrauen verändern sich beständig. Aber es ist erforderlich, dass du um jeden Preis immer weiter bereit bleibst, in dich zurück zu kehren.
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*1 indisch (sanskrit?) sat: Wahrheit, sang: in Gesellschaft von
*² retreat: spirituelle Zusammenkunft

In diesem Zurückkehren in dein Innerstes erschaffst du nichts Unwirkliches. Im Tun erschafft die Person etwas, fühlt sich gut und erlangt dadurch sogar ein Gefühl von Glanz. Und das (kleine bisschen Glanz und Erzielen) will die Person um jeden Preis. Wenn dann dieses Wollen immer mehr von dir abfällt und auch alles was um dieses Wollen herum ist, dann fühlt es sich ganz anders an. So als ob du dich ins Unbekannte bewegen würdest. Ein Gefühl von "ich-weiß-nicht-wohin-es-mich-führt" entsteht. Deshalb ist es so wichtig, dass du gemeinsam mit deinem Lehrer das Vertrauen aufbaust, das dich dann weiter trägt, auf deinem Weg zu dir selbst. Das Vertrauen ist wichtig, da die Person absolut nichts von all dem versteht. Davor - im Kreislauf von Tun und Wollen - konnte die Person verstehen oder versuchen zu verstehen, deshalb fühlt sie sich wohl in diesem Kreislauf. Dort gibt es keinen Verlust, statt dessen aber das Tun. Du befindest dich in diesem Kreislauf des Tuns während du an dir selbst arbeitest. Das ist auch okay so, denn du weißt tief in deinem Innern, es ist nicht das, wonach du dich sehnst. Etwas fehlt immer noch. Dieser Kreislauf von Tun lässt dich immer müder werden. Und deshalb kommst du irgendwann an diesen Punkt. Es ist wie das Ende. Am Ende anzukommen fühlt sich nicht gerade angenehm an, aber es ist möglich. Manche Leute glauben, es sei nicht für jeden Menschen möglich. Aber ich sage, es ist möglich, solange du aus ganzem Herzen und mit innerem Feuer dazu bereit bist, ist es für uns alle möglich. Es ist auch deshalb möglich, weil es das ist, was du wirklich bist und nicht dieses erschaffene Selbst. Dieses erschaffene Selbst ist wie ein vorübergehendes Spiel. Wenn das Entfalten geschieht, wirst du dir dieses unbewussten Teils in dir immer deutlicher gewahr. Du siehst, dass du alles selbst erschaffen hast. Das konntest du vorher nicht erkennen. Du glaubst einfach "vielleicht ist es ja Gott, der das tut", manchmal Gutes, manchmal Schlechtes. Ja, es ist geheimnisvoll, aber jeder Mensch hat die Fähigkeit, dieses Geheimnis zu lüften. Beginne einfach, dein erschaffenes Selbst zu sehen. Ich sage dir noch einmal: Ja, es ist möglich, auch für dich.

ES IST MÖGLICH

 

Lass uns mit dem beginnen, was möglich ist. Die Möglichkeit ist in uns allen. Alles was es braucht ist, dass du in deinem Innern sehen kannst, was dir im Weg steht, was es in dir zu verlieren gilt. Das ist es, was du hier in kleinen Schritten lernst: zu sehen und zu verlieren. Es geht nicht darum, irgendetwas zu bekommen. Was immer du erreichen möchtest, es ist bereits da. Etwas, das bereits da ist, musst du nicht bekommen, du musst es nicht für dich beanspruchen, es erlangen oder überhaupt irgendetwas dafür tun. Wenn du deine Person verlierst, dein erschaffenes Selbst, kommst du genau da drinnen an, Schritt für Schritt. Aber sieh, wie viel du bereit bist zu verlieren, denn das Verlieren ist nicht sehr angenehm. Etwas zu bekommen ist so wundervoll, aber im Verlieren verlierst du alle Erwartungen die damit verbunden sind; sogar die deines eigenen Selbst. Das zu erkennen ist es, was du durch Fragen und Antworten lernst. Du weißt einfach nicht, wie du lernen kannst zu sehen. Das ist das Wesentliche das fehlt. Selbst wenn du denkst oder glaubst, dass du deine Schwächen und Mängel sehen kannst, selbst dann siehst du nicht wirklich. Und wann immer der Preis gefordert wird, kommt der Trick ins Spiel. Der Verstand wendet einen Trick an und es fühlt sich so echt an. Deshalb ist es so schwierig, es vom wirklichen Sehen zu unterscheiden. Sich Selbst wahrhaftig zu sehen fühlt sich einfach unangenehm an. Der erste Schritt ist also, hierher {zu den retreats} zu kommen und nicht vor diesem eigenen Unbehagen davon zu laufen. Ich wiederhole das immer wieder, weil es wirklich sehr unangenehm ist, das eigene Selbst zu sehen. Vor diesem Unbehagen davonzulaufen ist dagegen sehr leicht. Die Person findet ganz schnell alle möglichen Ausreden und sie alle erscheinen ihr als so wahr. Das Wichtigste also ist, dich um jeden Preis dazu zu bringen wieder hierher zu kommen, damit du lernst zu verlieren, dir selbst gegenüber wahrhaftig zu sein. Denn es ist ganz leicht zu glauben, aber zu erwachen ist nicht so leicht. Zu erwachen aber ist wirklich, es ist wahr. Wenn du schläfst, gibt es keine Verantwortung und auch nicht, wenn du glaubst. Im Erwacht-sein dagegen entsteht so viel Verantwortung, denn sonst fällst du ganz leicht wieder in den Schlafzustand, in die Unwirklichkeit, in das erschaffene Selbst. Du bist so sehr vertraut mit diesem Selbst, das du erschaffen hast. Deshalb ist es so schwierig, sich jenseits dieses erschaffenen Selbst zu bewegen. Weil du seit Ewigkeiten an diesem Körper und diesem Verstand beteiligt bist. Und deshalb erscheint dir all das auch so real. Immer wieder werden Menschen durch den Tod daran erinnert, dass das nicht real war, aber sie vergessen diese Erfahrung dann wieder und möchten ihr ganzes Leben lang in dieser Vergesslichkeit verweilen.
Selbst das Wort Tod mögen die Menschen nicht, sie wollen es abschütteln so schnell es geht und ihr Leben weiter leben, aber der Tod erinnert dich auf eine wunderbare Weise daran, wahrhaft zu sein. Also nutze ihn, denn der Tod ist in jedem von uns offensichtlich. Nutze also die Erinnerung an den Tod und sieh es nicht als etwas Negatives. Die Wahrheit fordert ihren Preis, was immer du auch in deinem Leben erschaffen hast. Um ehrlich und wahrhaftig deinem Höheren Selbst gegenüber zu sein, zahlst du aber diesen Preis. Auf diese Weise ist es für uns alle möglich, aber nicht alle Menschen sind bereit, diesen Preis zu zahlen. Der Preis kann sogar sein, dass es sich ein wenig unangenehm anfühlt, wenn du dich ins Unbekannte bewegst. Der Preis erscheint auf so viele unterschiedliche Weisen, weil die Menschen sich selbst gegenüber nicht immer ehrlich genug sind, um in der Wahrheit zu sein. Die Menschen glauben, dass sie ehrlich sind, ehrlich mit sich selbst, aber sie wissen es nicht. Deshalb lerne hier nach und nach zu sehen, dich in der Unbehaglichkeit okay zu fühlen, das Verlieren anzunehmen zu lernen, in der Ohnmacht zu sein. Indem du in der Ohnmacht bist, erlangst du und dieses Erlangen entspricht nicht den Vorstellungen deines Verstandes. Dieses Erlangen ist so ganz anders, denn der Verstand kann einfach nicht begreifen, was höher ist, als er selbst. Es ist auch schwierig sich jenseits des Verstandes zu bewegen, da die Menschen so sehr mit dem Verstand vertraut sind, mit dem Tun des Verstandes, dem Glauben des Verstandes, dem verstandesmäßigen Ich, dem verstandesmäßigen Du - so sehr vertraut damit.

DURST

 

Ich erinnere mich an eine Textstelle in einem Lied, von der ich glaube, dass nicht sehr viele sie verstanden haben, denn sie ist in Punjabi* verfasst. Weil es eine so wunderschöne Zeile ist, erwähne ich sie hier. "Diejenigen, die durstig sind, sind die, die fähig sind, von diesem reinen Nektar zu trinken." Dieser Durst ist so wichtig und er ist in uns allen. Abhängig davon, wie zufrieden sie sind, gelingt es Menschen in unterschiedlichem Maß, ihn zuzudecken. Für sie ist all das einfach nur störend und sie wissen nicht einmal, warum sie es als störend empfinden. Anderen wieder gelingt dieses Zudecken nicht. Sie spüren einen lauten Ruf in sich, ein weites sich Öffnen und diesen großen Durst. Ich nenne das Sich-Sehnen. Der Verstand kann das alles nicht begreifen. Wenn du dich nicht mehr einfach mit dem Oberflächlichen zufrieden gibst und danach auch nicht mehr mit dem in deinem Innern, nenne ich das das Erlangen. Menschen, die auf diesem Weg sind, erfahren das in ihrem Innern. Wenn du nicht versuchst, dich selbst zufrieden zu stellen, dann wird dieser Durst klarer, größer und brennender. Je brennender dieser Durst ist, umso leichter kannst du dich da hineingeben. Manchmal glauben die Menschen nicht einmal, dass dieser Durst in ihrem alltäglichen Leben existiert und dann kommen sie hierher und sind ganz überrascht. Ja, manchmal geschieht es auch auf diese Weise.

DEIN WAHRES SELBST SEHEN

 

Der innere Durst oder etwas ähnliches oder auch die Suche nach Gott oder dem Höheren Selbst, das ist es, weshalb wir Menschen hier sind. Der Verstand kann einfach nicht begreifen, wonach ein Mensch sucht. Selbst, daß du hierher [zu den retreats] kommst, kann dein Verstand nicht begreifen. Obwohl dein Verstand das nicht ansatzweise verstehen kann, kommst du auf irgendwelchen Wegen weiter hierher und beginnst, das eigene Selbst zu sehen, erkennst all das, was nicht wahr ist. Dadurch, dass Menschen erkennen, was nicht wahr ist, können sie sich langsam auf das zu bewegen, was wahr ist. Viele von euch wissen inzwischen, dass das wirklich kein angenehmer Prozess ist. Aber selbst durch soviel Unbehagen zu gehen, ist nicht wirklich zu viel. Das was größer ist, habe ich gerade gestern erst mit euch geteilt. Größer ist das Vertrauen, größer ist euer Sehnen, größer ist das, wohin ihr auf dem Weg seid. Im Vergleich dazu sind diese Dinge an der Oberfläche, dieses Unbehagen, ein kleiner Preis. Auch etwas an der Oberfläche zu verlieren, an das du gewöhnt bist, ist kein hoher Preis. Es erscheint nur dadurch so groß, weil die Menschen über sehr lange Zeit ihres Lebens damit so vertraut waren. Ich habe nicht allzu viele Worte, wiederhole mich wieder und wieder, weil wir nur über das von uns erschaffene Selbst sprechen können. Über das Wahre Selbst kann man nicht sprechen, denn es ist bereits da, dafür braucht es keine Worte. Ja, es ist manchmal schwierig sich durch das erschaffene Selbst zu bewegen. Es ist unbequem, sehr unbequem und die Menschen sagen "ich mag das nicht, ich will es nicht einmal". Selbst wenn du hier bist, erlebst du das auf unterschiedliche Weise. Sobald irgendetwas hochkommt, ist sofort das "ich will das nicht" da. Was Menschen sich im Innern erschaffen haben, ist zu viel Negatives, zu viel Hass, Ärger, Angst. Und das alles entsteht aus diesem "ich mag das nicht". Ich sage das deshalb, weil ich immer wieder Menschen sehe, die das auf so selbstverständliche und intensive Weise tun und das führt dazu, dass sich so vieles in ihrem Innern anhäuft, das dann so viel Leid verursacht. Dieses "ich mag das nicht" kommt einfach zu schnell und wer am Ende darunter leidet, bist du selbst. Jeder Mensch erlebt die gleichen Schwierigkeiten und selbst die als ganz persönlich erlebten Schwierigkeiten sind für alle die gleichen, nur die Wirkung auf uns unterscheidet sich ein wenig. Wir alle haben den gleichen Körper, den gleichen Haushalt, die gleichen Beziehungen. Es gibt nichts in unserem Innern, das geheim wäre. Jeder Mensch kennt die Probleme des anderen. Aber jeder Mensch denkt: "Nein, das ist mein ganz persönliches Geheimnis". Und dabei kennen wir alle gegenseitig all unsere Geheimnisse. Wir sind absolut nicht voneinander getrennt und ich sage euch immer wieder: Wir sind alle Eins. Wie kann ein Herz vom Universum getrennt sein? Wir alle sind Teil davon. Das wodurch diese Trennung verursacht wird, ist dieses "ich mag das nicht", "ich will das nicht" und ähnliches. Es ist so leicht, das zu denken aber die Kosten dafür im Innern sind so hoch. Und wenn wir schauen, wer all das hervorbringt, erkennen wir, es ist das von uns erschaffene Selbst. Deshalb war das, was du über die Oberfläche gesagt hast, darüber wie man sie sehen kann, so wichtig, denn die Menschen wissen einfach nicht, wie sie sehen können. Menschen erleben es so, als ob die anderen über sie hinweggehen und beschuldigen deshalb immer wieder alle anderen. Dabei liegt es nur daran, dass sie ihr Wahres Selbst nicht kennen und es ist der Mensch selbst, der sich all das erschafft. Dieses Das-Wahre-Selbst-nach-und-nach-sehen hat überhaupt nichts mit irgend jemand anderem zu tun. Es ist schwierig, das eigene Selbst zu sehen, die andere Person zu sehen ist dagegen ganz leicht.

DIE PRÄSENZ

 

Ich weiß, dass ich mich mehrfach wiederhole. Was mir auffällt ist, dass Menschen, wenn sie hier in den Satsangs sind, alles unterdrücken – etwa daß sie verurteilen – und etwas ganz anderes zeigen. Aber während sie hier sind, in diesem Raum von Hier und Jetzt, kommt alles an die Oberfläche. Das ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil, es ist gut, wenn etwas hoch kommt. Dann beginnen die Menschen schließlich zumindest, ein wenig mehr von sich selbst zu sehen als vorher. Manches Mal steigen sie so tief in ein Problem ein. Dieses Weitergehen, selbst das feuert sie an, hier zu sein. Ich habe es einmal so beschrieben, dass zum Beispiel jemand anderen zu verurteilen so ist, als ob du im Haus dieses anderen lebst. Erinnere dich dann daran, dass es nicht dein Haus ist, in dem du da lebst. Wenn du also nicht in deinem eigenen Haus lebst, sammelt sich dort Staub an. Weil du dir dessen nicht gewahr bist, kann dort dann alles geschehen, denn du bist ja woanders. Das zeigt, wie schwierig es ist. Wenn du hier bist, erscheint es dir nicht so. Aber es geschieht so leicht, selbst der kleinste Gedanke kann dich sonst wohin bringen. Sei dir also deines Urteils sehr bewusst. Dadurch bleibst du wenigstens in deinem eigenen Haus, gleichgültig, was auch immer du dort vorfindest. Dann machst du mindestens diese Erfahrung, denn du hältst dich nicht anderswo auf. Hier zu sein kann für viele von euch auf unterschiedliche Weise sehr unangenehm sein. Manche kostet es regelrechte Anstrengung, hier zu den Satsangs zu kommen, denn sonst würden sie weg bleiben mit all ihren Ausreden. Dem Verstand erscheinen diese Ausreden so wahr, aber unterschwellig verbirgt sich hinter jeder Ausrede die schiere Angst, die Angst zu sterben. Nichts anderes ist es. An der Oberfläche aber erscheint all das so echt, denn es erscheint uns als so solide. Manche von euch sagen "Ja, das kann ich sehen", aber die Wahrheit ist, dass es nur darum geht, das eigene Sterben noch ein wenig länger vor sich her zu schieben. Wir bieten die Möglichkeit an, die Satsangs von jedem beliebigen Ort aus life zu verfolgen. Trotzdem kann das nur eine Vorbereitung sein, hier zu den Satsangs zu kommen. Wie ich schon gesagt habe, ist es nicht ganz leicht, hier zu sein. Denn was hier geschieht, geschieht in der Präsenz. Es ist wie eine Tür und was noch fehlt, ist dein Herz.

 

DIE LIEBE ZU GOTT

 

Lasst uns über die Liebe zu Gott sprechen. Wir alle tragen diese Liebe in uns und können sie für einen Beginn nutzen. Doch dann verlieren wir uns im Weltlichen. Und weil das Weltliche so greifbar ist, erscheint es uns so wahr. Es ist einfach fühlbar und wir können es berühren. Die Person wird regelrecht vom Verlangen gesteuert. Manchen Menschen wird bewusst, dass sie genug haben, dass sie Gott finden, ihm begegnen möchten. Ich sehe, dass sie alle - egal auf welche Weise auch immer jemand die spirituelle Arbeit beginnt - immer nach Gott, nach der Liebe zu Gott suchen. So viele Menschen bleiben einfach in ihren spirituellen Erfahrungen stecken. Zuerst werden sie von ihrem Verlangen gesteuert und dann von spirituellen Erfahrungen. Irgendwie ist das aber das gleiche. Es verhindert einfach, dass du in der Liebe zu dem bist, wonach du dich wirklich sehnst. Das kann sehr leicht durch spirituelle Erfahrungen verwässert werden. Selbst wenn die Person an ihrem Wahren Selbst auf eine aufrichtige Weise arbeitet, durchlebt sie auf Grund ihrer Glaubenssysteme alle Erfahrungen und wird sehr leicht darin gefangen. Manchmal gibt es einen stillen Raum für die Person und es tut so gut, darin zu sein, es ist so angenehm. Aber das ist es nicht, worum es geht. Es geht nicht um irgendeinen Raum in dir, den du erlangst, irgendwelche angenehmen Gefühle oder irgendeine wonnige Erfahrung, die du in dir machst. Darum geht es absolut nicht. Das ist nicht Gott. Das wird von vielen Suchenden mißverstanden. Und auf so viele unterschiedliche Weise geht die Person immer wieder dort hin, fühlt sich wohl in den spirituellen Programmen. Mit manchen von ihnen fühlen sie sich so gut, wenn sie sie erleben. Es fühlt sich so an, als sei das gut, viel besser als das Weltliche, denn dort gibt es so viel Leid und hier beginnt die Seele ein bisschen zu tanzen oder der Verstand tanzt oder wie auch immer die Person ein wenig Erleichterung von ihrem Leiden erfährt. Und deshalb stellt sich die Person manchmal auch auf so unterschiedliche Art zufrieden, einfach weil es sich gut anfühlt. Es gibt da so viele andere, die das auch tun und sich wohlfühlen. Aber das ist nicht die Liebe zu Gott. Wenn du dich wirklich nach dieser Liebe sehnst, dann gibst du dich mit nichts mehr zufrieden, egal wo du gerade bist. Wenn du dich selbst innerlich nicht zufrieden gibst, lässt dich das feiner und feiner werden. Und diese Feinheit wird feiner und immer feiner und es nimmt kein Ende. Deshalb erfährt der wahre Suchende niemals Befriedigung. Heute Morgen habe ich jemandem erzählt, dass ich auf meiner Suche so viele Menschen getroffen habe, die auch auf dem spirituellen Weg waren aber in meinem Innern wusste ich einfach: das ist es nicht, das ist nicht, wonach ich suche. Richte deine Aufmerksamkeit ausschließlich auf dein Innerstes, wo du dir dieses Feuer erhältst. Gib dich nicht zu schnell mit irgendetwas zufrieden, dann wirst du sehen, was Liebe wirklich ist. Denn diese Liebe, die wir Gott nennen, ist absolut nichts Unbedeutendes. Dafür müssen wir wirklich bereit sein, uns ganz zu geben. Das gesamte erschaffene Selbst von dem du denkst, das seist du. Es ist nötig, dass du das jederzeit, um jeden Preis und in allen Erscheinungsformen tust. Die Person hat im Laufe ihres Lebens viele Glaubenssysteme erschaffen und jeden Tag erschafft sie weitere. Du hörst etwas von jemandem und das pflanzt sich in deinen Verstand ein. Es gibt unzählige Lehren, die uns sagen, was wir nicht tun sollen. Es ist so leicht, Gebote und Verbote aufzustellen, in denen wir dann ganz schnell gefangen sind. Wenn das dann zu einem Glauben wird, ist es mit so viel Angst verbunden und es ist schwer, sich daraus zu befreien. Der Verstand macht sich schnell eine Auffassung zu eigen aber es ist schwer, diese dann wieder aufzugeben. Das ist die Natur unseres Verstandes. Ein anderes Thema, von dem ich heute Morgen gesprochen habe ist, daß es so wichtig ist, hierher zu kommen und hier zu sitzen. Als die Person, die wir erschaffen haben, wollen wir nicht hierher kommen. Diese Person will nur dort sein, wo sie sich wohl fühlt. Ich habe von Leuten gehört, die an anderen Satsangs teilgenommen haben und dorthin gehen wollten, weil sie sich so gut gefühlt haben. Selbst einfach nur allein zu sitzen fühlt sich gut an. Hier dagegen beginnt alles hoch zu kochen und die Person fühlt sich gar nicht gut. Also sorgt die Person dafür, dass sie das nächste Mal nicht wieder kommen will. Dabei ist es so unsagbar wichtig, hierher zu kommen. Sorge dafür, dass du hierher kommst, selbst wenn 99% deiner selbst erschaffenen Person nicht hier sein wollen. Egal wie, bringe dich dazu, hier zu sein. Das ist der Schlüssel. So viele von euch wissen das und kommen immer wieder. Aber für einige von euch ist es ganz besonders wichtig immer wieder zu kommen. Denn nach den retreats passiert es so leicht, dass du wieder in dein altes Selbst zurückfällst und dann diesen Zug hierher zu kommen nicht mehr spürst. Und dabei ist gerade das so wichtig. Das erschaffene Selbst will die Wahrheit einfach nicht hören, es will sich immer nur gut fühlen, denn das ist die Basis, auf der es erschaffen wurde. Die Wahrheit ist, dass es keine Rolle spielt, ob du dich manchmal gut fühlst oder nicht, sondern bleibe in diesem Durst nach der Wahrheit und gib dich mit nichts Geringerem zufrieden.

DER SCHREI DANACH ZURÜCK ZU KEHREN

 

Die Musik, die (vor Beginn des Satsangs) gespielt wurde, hat einen wunderschönen Text. Es geht um die Bitte zurück zu kommen und die demütigen Worte spiegeln Hingabe. In die Füße zurückkommen zu wollen (Demut) ist auf eine ganz eigene Weise so unbeschreiblich reich und wunderschön. Die Menschen verstehen es nicht, aber der Schrei danach ist da. Wann immer sie großes Leid im weltlichen Dasein erfahren, erleben sie den Schrei danach, jetzt zurück kehren zu wollen. Aber dann vergessen sie es wieder und dieses Vergessen geschieht viel zu schnell. Doch der Schrei nach dem Zurückkehren bleibt. Der Verstand begreift das nicht. Dieser Schrei will nichts, er sucht keine Art von Erfahrung, nicht einmal irgendeine Qualität, er will absolut nichts. Möchte sich nur zu Füßen ergeben. Das ist alles. Danach sehnt er sich. Wenn du dieses Sehnen spürst, dann gibst du dich nicht mehr einfach mit irgendetwas zufrieden, denn nichts kann dir mehr genügen. Du fragst dich: "Wie kann ich noch mehr sterben, was kann ich noch geben?", denn es ist niemals genug. Was kann ich dem Absoluten noch hingeben? Auf diesem Weg beginnst du, dein Innerstes zu öffnen, damit sich das gesamte Selbst dem Universum hingeben kann. Es gibt nur diesen einen Weg.

SEI GÜTIG UND SANFT

 

Es geht darum, deine eigene Härte zu sehen und das hat nichts mit Spiritualität zu tun, denn das ist es, was wahr ist. Lerne einfach, so gütig mit dir selbst zu sein, denn meist bemerkst du gar nicht, wie hart du dir selbst gegenüber wirklich bist. Erinnere dich also immer wieder daran, so gütig zu dir zu sein. Du mußt dazu gar nichts tun, erinnere dich einfach selbst, jederzeit gütig mit dir zu sein. Sanftheit und Güte, selbst wenn du läufst, schläfst oder was auch immer tust, sei einfach nur gütig und sanft. Auf diese Weise musst du dir nicht immer wieder zusätzliche Zeit nehmen, um ganz bei dir zu sein und so kannst du gütig mit dir selbst sein. Du kannst auf jede erdenkliche Weise gütig sein. So ist es nicht einmal ein Wollen, es lässt dich weich werden. So viele Menschen, die sich mit Spiritualität beschäftigen, sind mit den unterschiedlichsten Arten von Tun beschäftigt. In diesem hier dagegen ist nichts, es ist nur Sein. Mit dem Sein fallen nach und nach diese Teile die tun von dir ab. Du tust nichts, du lässt nicht einmal etwas fallen, es fällt von selbst. Du bist einfach nur auf jede erdenkliche Weise gütig, sanft und bescheiden in dir drinnen. Selbst mit deinem Ego musst du niemals kämpfen. Alles mit dem du kämpfst wird größer, wird sogar komplizierter. Du bleibst also bescheiden und gütig während du dich selbst siehst.

 

IN DER PRÄSENZ UND / ODER ANLEITUNG

 

Die Frage nach Präsenz oder Anleitung ist eine der zentralen Fragen. Die Präsenz ist wichtig und genauso wichtig ist die Anleitung. Wenn wir nur eines haben, funktioniert es nicht. Sie gehören untrennbar zusammen. Die Präsenz allein hält dich in der Bequemlichkeit und bloße Anleitung ohne Präsenz hält dich im Verstand. In Vorträgen oder Büchern wird meist versucht, mit dem Verstand zu erfassen, deshalb bleibt es verstandesorientiert.

Ich habe von einigen Lehrern gehört, die eine starke Ausstrahlung haben. Du fühlst dich so gut in ihrer Präsenz, aber du lernst nichts. Auch wenn du dich gut fühlst und Erfahrungen machst, wenn die Anleitung fehlt, ist da niemand der dich ins Unbekannte, ins Unbehagen drängt. Es braucht jemanden, der dich anschubst.

Ich wurde zum Meditieren, Simran oder Yoga gefragt. Wenn du in der Präsenz bist, dann wird dir alles gegeben, du musst nichts tun. Manche der Menschen, die hierher kommen sind hier, weil sie diesen Durst spüren, andere sind irgendwie über Verwandte oder Freunde gekommen. Allein dadurch, dass sie hierher kommen ist es, als ob etwas anderes sie übernimmt und ihnen dadurch so viele Umwege erspart bleiben. Ich möchte die Menschen nicht glauben machen, dass es hier geschehen wird oder so. Wie ich schon gesagt habe, sind Präsenz und Anleitung gleichermaßen wichtig. Die Präsenz bewirkt so viel, aber wenn die Person sich nicht gewahr ist, ist sie sich immer noch ihres Wahren Selbst nicht bewusst. Dies hier ist ein Prozess, in dem sich schnell etwas bewegt, wenn die Person in der Liebe und im Vertrauen ist. Wenn es an diesem Vertrauen und der Liebe fehlt, kann das den Prozess verlangsamen, weil dann das starke Wollen von etwas anderem wichtiger wird, als die Liebe und das Vertrauen. Selbst ein ganz kleines Wollen kann dir in den Weg kommen und alles blockieren. Auch wenn das Wollen ein wenig nachlässt und vieles sich zu ereignen beginnt, braucht es dennoch dein Vertrauen.

 

HÖRE AUF ZUFRIEDEN ZU SEIN

 

Heute morgen habe ich mit ein paar Leuten über die Erfahrungen gesprochen, die ich während meiner eigenen Suche gemacht habe, darüber wie wir abhängig werden von der Energie unseres Lehrers. Diese Energie ist fühlbar und spürbar und diese Abhängigkeit kann der Person das Gefühl geben zu fliegen. Aber das Wichtigste fehlt, nämlich du selbst. Ich sehe, dass das auch eine Art von Gewohnheit ist, die Menschen haben. Sobald die Person den Lehrer sieht, fühlt sie Ergebenheit und es fühlt sich so gut an, in dieser Ergebenheit zu sein. Ergebenheit ist gut und sie ist auch tatsächlich erforderlich. Gib dich damit aber nicht zufrieden, denn tatsächlich lernst du zu erwachen und das ist es, worauf es ankommt. Ich denke, es ist genug mit diesem Fokus auf Ergebenheit. Ich finde es reicht und wir alle wissen irgendwie, dass wir geben, aber nichts bekommen, nicht innerlich erwachen. Nur auf der geistigen Ebene, weil jemand dir etwas erzählt und du nickst "Ja, ja, ja. Ich hab es verstanden", aber es ist nicht mehr als das. Deshalb ist es so wichtig, dass du dich damit nicht zufrieden gibst. Es führt dich so leicht in die Irre. Ich erinnere mich an eine Gelegenheit, als ich zu einem Satsang ging, der Lehrer war noch nicht einmal da, aber bereits tausende von Leuten. Als ich dann zu dieser Menschenmenge trat, fing ich plötzlich an zu weinen. Andere dachten, dass da bereits irgendetwas geschieht. Aber es war nichts. Es ist einfach nur das Spüren dieser Energie, dieser gemeinschaftlichen Liebe. Wenn Menschen sich in dieser einen Liebe versammeln, erleben das die Einzelnen natürlich auch und manchmal machst du sogar größere Erfahrungen mit dieser Energie. Das ist völlig in Ordnung, aber es ist immer noch nicht das, worum es wirklich geht. Gib dich deshalb nirgendwo zufrieden. Bleibe immer in diesem Durst, mit dem du begonnen hast. So viele Menschen geben sich damit zufrieden, täglich zu meditieren. Sie sagen "Wenn ich meditiere, fühle ich mich so gut und der Tag wird einfach gut, weil ich ihn so gut begonnen habe". Aber zu erwachen ist etwas ganz anderes. Je länger jemand sitzt und meditiert, umso intensiver wird die Schwingung spürbar und du wirst so sehr angezogen von dem Gefühl, dass da mehr sein könnte. Aber die Person steckt immer noch fest. An erster Stelle kommt das Erwachen, gib dich deshalb mit nichts anderem zufrieden. Es mag sein, dass es dich traurig macht und wirklich innerlich bedrückt. Ich habe mehrere Jahre darin zugebracht und trotzdem hat es mir nichts gegeben. Auch das ist gut. Zufriedenheit macht schläfrig, sich nicht zufrieden zu geben, lässt die Person feurig bleiben. Das ist es, was du brauchst. Wenn Menschen so vieles in sich erlangen und dann einfach sagen "Okay, jetzt hab ich es verstanden, es ist gut jetzt" und sich damit zufrieden geben, dann machen sie es sich zu leicht. Gib dich niemals zufrieden. Da gibt es so viel mehr. Die Realität besteht nicht nur aus dem Ritt auf der Glückseligkeit oder der Energie. ES ist jenseits von allem. ES ist nicht fühlbar. Du kannst ES nicht berühren. Die Person lässt sich nicht leicht darauf ein, sie hat Angst davor. Deshalb sagen einige von euch, dass ich sie schubse. Du brauchst jemanden, der dich drängt, weil du sonst denkst "Das ist zu beängstigend, einfach nichts, zu flau, da gibt es kein Vergnügen". Es gibt so viele Möglichkeiten für die Person, stehen zu bleiben.

 

GESELLIG SEIN

 

Wann immer du an einem retreat teilnimmst, lerne einfach die ganze Zeit über still zu sein. Das ist das Beste, was du tun kannst. Es geschieht dort so vieles. Wenn du gesellig bist, ist dein Verstand beschäftigt und du bekommst vieles nicht mit. Bleibe einfach soviel wie möglich in deinem Herzen. Das heißt nicht, dass du das musst, aber wenn du ganz bei dir bleibst, kannst du aufnehmen, was geschieht. Ich erinnere mich an viele Gelegenheiten wenn jemand hier gewesen ist oder in der Verbindung mit mir war. Sie haben nichts verstanden, aber wenn sie dann friedlich allein zu Hause sind, beginnt etwas in ihnen auf zu kommen. Der Verstand kann das einfach nicht begreifen. Ich glaube, alle von euch haben inzwischen genug unterschiedliches ausprobiert. Dies hier ist neu und ich kann mich immer wieder nur wiederholen, dass euer Verstand das einfach nicht begreift, die Person aber immer weiter versucht zu verstehen. Dadurch entstehen selbstverständlich Frustration und Aufgewühltheit. Bleibe einfach darin anstatt dich daran zu beteiligen.

 

HÄRTE

 

Ich erinnere alle von euch immer wieder daran, gütig zu sein, gütig mit euch selbst zu sein. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich mich schon wiederholt habe. Und ich sage es deshalb wieder und wieder, weil ich sehe, dass ihr euch oft gar nicht bewusst darüber seid, wie hart ihr mit euch selbst seid. Das kommt durch diese besondere Art der Blindheit, in der Menschen leben. Und der Mensch selbst erkennt es nicht, hat keine Ahnung davon. Durch diese Härte erschaffen Menschen sich unzählige Schwierigkeiten. Heute Morgen sprach ich mit einem Freund über eine Fernsehsendung die von einer Frau handelte, die an einer Krankheit gestorben ist, die aber nach kurzer Zeit doch wieder zurück kam. Für mich war es sehr interessant zu hören, dass diese Dame sagte, sie habe schlimmen Krebs gehabt und wirklich gekämpft, weil sie nicht aufgeben wollte. Schließlich erkannte sie, wie furchtbar es war, in dieser Art Körper zu leben. Deshalb sagte sie sich:"Okay, dann werde ich sterben. Das ist immer noch besser, als so zu leben." In dem Augenblick, in dem sie das entschieden hatte, fiel sie in ein Koma. Ein Krankenwagen brachte sie ins Krankenhaus, wo die Ärzte erklärten, sie werde noch etwa 36 Stunden zu leben haben. Sie hörte diese Unterhaltung während sie im Koma lag und dabei war zu sterben. In diesem Augenblick erlebte sie diese Lebendigkeit. Ich bin sicher, dass ihr alle sie schon erlebt habt. Das Interessante daran war aber, dass sie herausfand, wie sie sich selbst diesen Krebs erschaffen hatte. Von einer Interviewerin befragt, wie sie das gemacht habe, sagte sie: "Weil ich so hart mir selbst gegenüber war, so ängstlich und so hart. Ich wusste einfach nicht zu leben." Von der anderen Seite hatte sie sehen können, dass sie es selbst war, ihre eigene Härte, die das erschaffen hatte. Deshalb beschloss sie zurück zu kommen. Weil sie jetzt Bescheid wusste, ließ sie alles, woran sie bisher festgehalten hatte fallen und war geheilt.

Wenn ich das mit euch teile, will ich damit nicht sagen, dass ihr nicht krank werden könnt. Das behaupte ich nicht. Ich zeige euch das nur, um euch zu sagen, dass das der Weg ist, wie es geschieht. Die Person erschafft auf so unterschiedliche Weise und ist sich dessen nicht bewusst. Immer wird Gott oder sonst wer dafür verantwortlich gemacht. Aber auch hier hilft es dir, wenn du mit Güte und Sanftheit die Härte sehen kannst, mit der du mit dir umgegangen bist. Davor erkennen die Menschen gar nicht, wie hart sie mit sich selbst sind. Wenn etwas unbedeutendes kleines passiert in ihrem Leben, irgendein Problem, gehen Menschen in Form dieser Härte in die Verteidigung, in die Verurteilung, erschaffen so vieles durch ein einziges kleines Problem. Das bist nicht wirklich du. Schwäche, Verurteilung oder was du denkst, das bist nicht du. Das ist einzig eine Form, dein erschaffenes Selbst. Wahrhaftig bist du etwas viel Höheres als das, ganz anders als das. Menschen erkennen nur dadurch, dass sie sehen, was die Person bereits in diesem Moment erschaffen hat, selbst die Härte, Muster oder das was sie glaubt. Eine starke Persönlichkeit sagt etwas auf eine sehr überzeugende Art und jemand der sanfter ist, glaubt das dann. So schwach ist die Person, weil sie einfach nicht weiß, wie sie auf ihren eigenen Füßen stehen kann. Die Person verlässt sich immer auf das, was ihr greifbar erscheint. Und deshalb vertraut sie sich selbst nicht, aber leicht den Worten von jemand anderem, selbst wenn es Unsinn ist. Sie nimmt das einfach an und kreist dann nur noch darin. Dieses Kreisen ist dann sogar noch schwieriger, weil die Person nicht weiß, wie sie da wieder herauskommen soll. Es ist so leicht etwas anzunehmen, aber sehr schwer, wieder heraus zu kommen. Also kreist die Person für einige Tage darin und vergisst. Es verselbständigt sich. Wahrzunehmen was du wirklich bist, ist so schwierig wegen seiner Einfachheit. Wir sind nicht an Einfachheit gewöhnt. Schritt für Schritt lernen alle von uns, aber so ist es immer: Schritt für Schritt. Du kannst nicht einfach sagen, ich möchte die andere Seite kennen lernen. Dann ist es nur eine Erfahrung, kein Erlangen. Auf diese Weise erlangst du, während du in deinem Körper bist. Wenn du in deinem Körper bist und erlangst, lebst du auf diese gesündere, höhere Weise. Das ist deine Liebe. Das ist es, wofür du lebst und stirbst. Das ist der Weg, auf dem du sehen kannst, woran auch immer du festhältst. Es ist nichts. Vorher sagt die Person "Ich möchte meine Kinder nicht verletzen, meine Arbeit oder was auch immer". Das führt dich nirgendwohin. Beginne einfach jetzt zu schmecken. Es ist schwierig, sich vom Festhalten zum Verlieren zu bewegen. Es ist nicht leicht, aber es ist möglich. Es ist wunderbar, wenn du das tust. Es macht dir nur dann Angst, wenn du daraus hervor trittst. Aber wenn du erst einmal dorthin kommst, fragst du dich "Warum habe ich damit gezögert?" Dann siehst du einfach deine eigene Unreife und Unwissenheit. Das ist einfach wunderbar.

 

ZU DEN SATSANGS KOMMEN

 

Das eigene Sehnen der Person oder auch das Verlangen des Herzens – wie ich es für gewöhnlich nenne - außer dem gibt es nichts. Wenn dieses Sehnen in der Person so stark ist, wird dadurch alles in ihr von selbst möglich. Und gerade vorhin im Auto habe ich davon erzählt, dass als wir begannen, 50 $ ein Problem waren und jetzt sind es selbst 1000 $ nicht mehr. Wie kann das sein? Es geschieht einfach. So kann es für jeden von uns geschehen. Lass das Verlangen deines Herzens immer das Wichtigste sein und lass alles andere ihm folgen, weil der Verstand sehr trickreich ist. Der Verstand sagt: "Zuerst will ich Ergebnisse sehen, dann erst gehe ich diesen Schritt." Das ist der weltliche Weg, der Weg des Verstandes. Ich sehe das selbst bei jungen Menschen, die, bevor sie eine Beziehung aufnehmen, herausfinden müssen, ob die andere Person zu ihnen passt oder so etwas. Ja, es ist nicht dasselbe, aber auf diese Weise lernt die Person auch nicht. Auf welche Weise auch immer etwas geschieht, es geschieht. Du weißt nicht, was im nächsten Moment ist. Niemand weiß das. Du musst nicht einmal wissen, was der nächste Augenblick dir bringt. Das ist es, was dich zurückbringt in dein wahres Selbst und dich dafür brennen lässt, in dich selbst zurück zu kehren.

Eine andere Frage war, wie Menschen, die nicht hierher kommen, dieses Lernen für sich nutzen können. Die Antwort darauf ist, dass es wichtig ist, hierher zu kommen, um zu lernen. Dies ist keine geistige Übung oder geistiges Lernen, denn wenn du hier bist, spürst du so viele verschiedene Wege und hier zu sein, macht Es möglich. Wie ich schon gesagt habe: durch den Verstand, selbst das verstandesmäßige Wissen oder Wissen von anderen, gelingt es nicht, in diesem Wissen zu sein, weil es ganz entscheidend anders ist. Das Schmecken mit dem Herzen ist ganz anders.

Es ist einfach wichtig hierher zu kommen. Was sonst ist wichtig? Ich habe Leute sagen hören, dass das Hier-Sein den Menschen hilft, selbst denen, die neu dabei sind, weil sie sonst nicht verstehen, warum ich so lange mit einem einzigen Menschen bin oder so lange Zeit nicht spreche.

 

VERTRAUEN

 

Ich möchte ein bisschen über Vertrauen sprechen. Ich sehe, dass das Vertrauen in euch so zerbrechlich, so schwach ist. Es ist schwach, weil es nichts Greifbares darin gibt. Es ist nicht möglich, etwas genau auszumachen, das dir zeigt "das ist Es". Während du innerlich weitergehst, kommen Zweifel und Misstrauen auf, weil du deine Vertrautheit verlierst. Vertrautheiten zu verlieren bedeutet, sich ins Unvertraute zu bewegen. Wenn wir uns innerlich bewegen, wird es im Außen immer lauter. Darüber habe ich schon gesprochen, aber es ist gut es zu wiederholen, weil ich Menschen immer wieder in dieses Misstrauen fallen sehe, obwohl sie innerlich weitergehen. Misstrauen ist so, als ob eine andere Person auf dich zeigt und in deinen Gedanken wirst du aufgewühlt und fragst dich, ob es dafür vielleicht einen Grund gibt. All dieses Tun ist uns vertraut, nur das Nichts-tun ist uns fremd. Oftmals sind Menschen frustriert, weil wir daran gewöhnt sind, an etwas festzuhalten. Im Alltag sind wir selbst mit unserem Trott so sehr vertraut. Alles geht mechanisch, selbst mit dem Leiden sind wir so vertraut. Menschen leiden unendlich, weil sie so sehr eins damit sind, das aber nicht sehen können. Durch dieses Eins-Sein wiederholen sie die gleichen Dinge wieder und wieder. Die Wiederholung ist da, Tag für Tag der gleiche Trott, das gleiche Leid, selbst die gleichen Gespräche. Lerne, dich ein klein wenig von deinem Leiden zu entfernen. Beginne zu sehen, dass du es einfach immer wieder wiederholst. Es ist leicht dieses Wiederholen bei anderen zu erkennen. Es bei uns selbst zu sehen, fällt uns schwer. Deshalb ist es so schwierig, in uns selbst zu erwachen. Das liegt daran, dass die Menschen bei sich selbst nicht sehen können, sondern nur bei anderen. Durch dieses Sehen lernst du zu verlieren, was dir so vertraut ist. Wenn du nicht lernst, das Vertrauen zu erlangen in das, was dir fremd ist, bleibst du in deinem alten Trott gefangen. Die Situation kann anders sein, aber das Handeln und Reagieren bleiben gleich.

 

KEIN ANKOMMEN, GEHE WEITER

 

Es geht darum, hier im retreat zu sein. Viele Menschen wandeln sich während sie hier im retreat sind. Nahezu alle tun das, auf unterschiedliche Weise, auf verschiedenen Ebenen. Sobald du dich wandelst, entsteht ein ganz zarter Augenblick oder Raum, durch den du dann gehst. Manche Menschen erlangen eine Art von Raum in ihrem Innern, der selbstverständlich heller und lebenswerter ist. Manchmal geschieht ein größerer Wandel und du glaubst, erleuchtet oder zu Hause angekommen zu sein, wie auch immer du es empfindest oder benennst. Es ist dieser Moment, in dem du - wo auch immer - ankommst. Es ist nicht nötig, das zu benennen, denn es geht nicht wirklich um diese eine Wandlung. Auch wenn diese eine Wandlung dir hilft, weiter zu gehen um dir die Möglichkeiten in deinem Innern aufzuzeigen. Ich spreche nur deshalb darüber, um deutlich zu machen, dass es länger dauert, dort wieder heraus zu kommen wenn du es konkret benennst als "ich bin irgendwo angekommen, ich bin zu Hause" oder ähnliches. Wenn du also in der Gelassenheit bleibst, dass es einfach nur eine Wandlung ist, einfach etwas anderes und in diesem Gefühl des Neuen bleibst, bist du dir aus diesem Gefühl des Neuen heraus deiner Selbst mehr gewahr. Die Menschen glauben "Eines Tages werde ich so rein sein, ich werde ein besserer Mensch sein", aber tatsächlich ist es vollkommen anders. Es ist so, dass je bescheidener du bist, desto mehr erkennst du, dass es so viel mehr in dir zu sehen gibt. Du siehst mehr Mängel in dir. Selbst wenn du den Kopf nur ein wenig hebst, bringst du dich selbst in irgendeine Situation, beginnst zu verurteilen, auch andere. Also bleibe immer bescheiden. Dieses Bescheiden-Sein ist grenzenlos auf jede denkbare Weise und es gibt unzählige Ebenen darin. Und weil der Verstand so scharf ist, versucht er sofort, alles für sich zu beanspruchen. Ich wiederhole das nur, weil ich immer noch viele von euch sehe, die sich darin verlieren. Es ist gut, dir zu erlauben, diese Worte auf jede erdenkliche Weise wirklich tief in dich sinken zu lassen. Du musst nur weich werden. Werde wie Wasser. Denn je mehr du wie Wasser wirst, umso mehr kannst du aufnehmen. Dann gibt es keinen Raum mehr, irgendetwas beurteilen zu müssen.

 

NICHT GENUG GEBEN

 

Immer wieder einmal sprechen wir davon, mehr zu geben. Meist glauben wir, genug zu geben. Ich habe darüber bereits gesprochen, aber es ist immer gut, daran erinnert zu werden. In diesem Verlauf kannst du niemals genug geben, irgendetwas schleicht sich ein, wenn du denkst, du gibst genug. Geldliche, körperliche Probleme stellen sich ein, das Wetter, Freundschaften oder Beziehungsprobleme. Sie schleichen sich ganz leicht ein und dann sagst du "Ich kann dies oder das nicht tun, weil...". In diesem Augenblick erscheinen diese Probleme dir so wirklich. Aber Geben bedeutet, dass du den Schritt gehst, ungeachtet all deiner Probleme, dass du einfach weiter gehst. Das ist mit "mehr dort hinein zu geben" gemeint. Wenn du glaubst "Ja, ich gehe diesen Weg und ich tue soviel wie ich kann" dann ist das niemals genug. Selbst wenn du der äußeren Ausrede widerstehst und hierher kommst, sind da immer noch innere Ausreden. Diese inneren Ausreden sind mindestens genauso störend. Manchmal bin ich zu schläfrig, manchmal habe ich so schwere Gedanken, manchmal fühle ich mich einfach zu unbehaglich. Es ist sehr trickreich. Lerne einfach, dir dieser Tricks gewahr zu werden. Das ist eigentlich alles und bleibe in diesem Sehnen, mehr dort hinein geben zu wollen, mehr darin sein zu können als bisher. Als Person bevorzugst du immer dein Wohlbefinden. Die Person liebt dieses Wohlbefinden über alles. Und weil die Person ihr Wohlbefinden an erste Stelle stellt, ist es so schwierig, sich in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen, ist es so schwer, sich immer wieder selbst in dieses Gefühl von Unbehagen zu bringen. Innere Zweifel melden sich. Es fühlt sich nicht einmal richtig an und überall da, wo du dich wohlfühlst, fühlt es sich richtig an. Aber dieses Wohlfühlen führt immer zu Schläfrigkeit und Trägheit. Es gibt so viele verschiedene Wege, wie die Person sich selbst rettet. Es gibt den festen Glauben daran, Teil dessen zu sein, was immer auch gerade geschieht. Das erscheint so selbstverständlich und in dem Moment steht die Person sich selbst im Weg. Die Person steht sich selbst im Weg, weil es so unübersichtlich ist. Es ist so, als ob die Sicht verdeckt sei und selbst der kleinste Schlitz vom Denken zugedeckt wird. Dieses Zudecken ist wie eine Wolke, ein völliges Abdecken. Es ist nur das erschaffene Selbst das im Weg ist, die Bequemlichkeit ist im Weg und das Weglaufen vor dem Unbehagen. Es gibt so viele Ausreden. Also findest du deine. Selbst wenn du denkst, du seist in Ordnung, gerade dann bist du es nicht. Deshalb ist es so schwierig für die Menschen, ihr Wahres Selbst zu sehen.

 

KOMM ZURÜCK ZU DEINER ENTSCHEIDUNG

 

Was Ismail beschrieben hat, geht euch alle an. Ich erinnere mich an so viele Menschen, die so viele Male das Gleiche erlebt haben. Ich erwähne das, damit ihr alle euch bewusst darüber seid, anstatt an dieser Stelle stehen zu bleiben wo du glaubst "Es ist in Ordnung, ich kann nicht weitergehen, ich bin fertig." Denn wenn du zu erwachen beginnst, wird deine Person sehr viel stärker. Der Wille deines erschaffenen Selbst ist, dich nicht zu verlieren. Deshalb erinnere ich dich immer wieder daran, bleibe bei deiner Entscheidung, komm zurück zu deiner Entscheidung, liebe das, was du am höchsten schätzt und lebe für das Höchste in dir. Seit Ewigkeiten leben Menschen für ihr Wollen und ihre Bedürfnisse. Es ist immer der gleiche Trott. Wann immer du hierher kommst, ist das meine Einladung an dich. Das ist es, was ich liebe. Und diese Möglichkeit besteht für euch alle. Was du erlebst ist nicht nutzlos, ganz und gar nicht, es will dich nur aufhalten. Es will einfach nur deine eigene Stärke sehen, die sich vorwärts bewegt. Auf eine bestimmte Weise ist das gut so, denn sonst würdest du nicht zu schätzen wissen, was Höher ist und deshalb kostet dieses Höhere wirklich alles von dir. Und trotzdem ist Es das wert.

 

DAS FEUER

 

Manchmal fragt ihr mich, was es heißt, bescheiden zu sein oder feurig. Meist kann ich es gar nicht wirklich erklären. Ich benutze diese Worte schon so lange, dass ich tatsächlich ihre Erklärung vergessen habe. Und deshalb passiert es immer wieder, dass wenn mich jemand bittet, es zu erklären, ich nicht weiß, wie ich das tun kann. Auf diesem Gebiet versage ich meistens. Aber jemand hat mich danach gefragt, was mit feurig gemeint ist und an diesem Morgen habe ich das Bild eines feurigen Menschen gesehen. Ich dachte mir: "Gut, so kann ich es erklären". Es ist einfach so, als ob du brennst. Du bist völlig verständnislos, aber vollkommen in diesem Brennen. Was also tun? In diesem Augenblick weißt du einfach nicht, was du tun sollst. Da gibt es keine Fragen mehr, nur dieses Feuer, das Gefühl zu brennen und du läufst auf und ab ohne nachzudenken, verschwendest keine Zeit damit, was du tun oder lassen solltest. Und genau von dieser Art Feurigkeit spreche ich, nichts weniger als das. Denn wenn es weniger ist als das, fängst du an, dich zu fragen "Soll ich oder soll ich nicht?", Trägheit. Einfach indem du es benennst, schleicht sich so vieles ein. Es ist dann einfach da und springt dort hinein. In diesem Feuer gibt es kein Ausruhen, stattdessen Unbehagen. Vom ersten Tag an habe ich dieses Wort benutzt. Obwohl ich es sage, ist es schwierig, es mit dem Verstand zu erfassen. Irgendwie war es für mich ganz selbstverständlich darin zu sein und deshalb ist es so schwierig für mich, große Erklärungen zu geben. Es ist so schwer zu beschreiben. Wenn wir es beschreiben, versucht die Person, es zu erfassen und verliert sich ganz leicht darin. Irgendwie brauchst du nicht viel und ich glaube, dieses Bild ist ausreichend.

 

SEHAJ {RUHENDES NICHTS}

 

Für viele Menschen lässt das Wollen von selbst nach, sobald sie in dieses Weich-Werden und Schmelzen kommen. In Punjabi gibt es das Wort Sehaj. Sehaj ist genau solch ein feiner Zustand, so weich, so zart, so überhaupt nichts berührend, gar nichts wollend. Es gilt einfach, in diesen Sehaj zu kommen und je mehr du in diesen Zustand kommst, umso leichter kannst du alles sehen. Davor erlebt die Person so viel Auf und Ab, sieht so viel Unehrlichkeit und anderes. Ich sehe so viele von euch Schritt für Schritt in diesen Zustand kommen, denn alle Zustände beginnen in euch zu entstehen. Hier kannst du auch deine Muster sehen aber auf eine so zarte, so offene Weise und in liebevoller Bereitschaft. Selbst wenn es dir am Anfang nicht gelingt, ist das völlig in Ordnung. Es besteht kein Grund zur Sorge, kein Grund für ein Auf und Ab. Bleibe gütig mit dir selbst. Nach und nach kommen alle dorthin. Jedes retreat ist so wundervoll, es geschieht so viel Wachstum. Jedes Herz bewirkt, dass es geschieht. Das ist auch die Größe eines jeden Menschen inmitten der Schwierigkeiten, in denen er steckt: bereit zu sein und Es möglich zu machen.

 

JENSEITS DES GESETZES DES UNIVERSUMS

 

Ich bin nicht krank oder so etwas, sondern - im Gegenteil - ich bin überaus wohlauf. Der heutige Tag wird anders sein.

Liebe das Höhere mehr, als irgendetwas sonst. Halte das Bitten darum höher, als alles andere. Wenn du in dieser Liebe verweilst, in diesem Bitten, läßt du dich einfach von allem küssen, aber du bleibst unverändert. Wenn du dich dafür entscheidest, unverändert zu bleiben, dann bewegst du dich durch dein inneres Geschehen hindurch. Das ist jenseits deiner Person und sogar jenseits des Unpersönlichen, jenseits von Geburt und Tod und auch jenseits des Gesetzes des Universums. Und weil es jenseits des Gesetzes des Universums ist, ist es auch jenseits der Liebe. Es ist kein Raum. Im Raum gibt es immer noch das Ich und das Gewahrsein.

 

ERKLÄRUNG:

 

Gurpreetji selbst erlebte an diesem Tag einen großen Wandel. Es war unklar, ob sie überhaupt den Satsang halten könnte. Als sie dann etwas später erschien, waren alle Anwesenden von ihrem Zustand sehr berührt. Aus ihrer tiefen Ergriffenheit entstanden die Worte für diese offene Ansprache.

 

BEWUSSTHEIT UND GEWAHRSEIN

 

F: Ich würde gern ein bisschen mehr erfahren über Bewusstheit und woher sie in erster Linie kommt, wie sie sich an erster Stelle verändert. Kannst du dazu etwas sagen?

G: Es ist Gewahrsein und dieses Gewahrsein war schon immer da und wird für alle Zeiten da sein. Aber Bewusstheit ist, wie wir es nennen, nur ein Spiel. Die Bewusstheit spielt. Selbst wenn die Bewusstheit gerade in diesem Spiel ist, wird sie anschließend eins mit dem Gewahrsein und am Ende ist dann wieder nur noch Gewahrsein. Dieses Gewahrsein am Ende, dieses Wort ist wie samadhi, was völliges Sich-Auflösen bedeutet.
Das ist nicht zu beschreiben. Also die Bewusstheit spielt, sie bildet sich.

 

F: Also war das Gewahrsein zuerst da?

 

G: Das Gewahrsein kommt zuerst, dann die Bewusstheit und dann erlangst du von dieser Bewusstheit aus wieder das Gewahrsein. Von dort gehst du in die Auflösung.

 

F: Wie kommt es dann, wenn wir als spielende Bewusstheit in diese Welt
kommen, dass wir etwas versäumen, diese Bewusstheit verlieren?

 

G: Das was fehlt gehört auch zum Spiel der Bewusstheit. Du verlierst dich
in diesem Spiel, um zurück nach Hause zu finden. Wenn du dich nicht verlierst in diesem Spiel, dann weißt du auch nicht, wie du dich selbst
finden und zurückkehren kannst. Ohne diesen Körper kannst du nicht
erwachen. Es braucht diesen Körper, um Bewusstheit zu erlangen und dann wird die Bewusstheit von Äußerem angezogen. Dort möchte es
auch nur spielen und in diesem Spiel verlierst du dich. Dann ganz langsam wirst du müde oder erschöpft durch dieses Spiel, willst
zurückkehren.

 

F: Das heißt also, wie auch immer wir sind, Muster oder Mängel, wir können
es nennen, wie wir wollen, dass das nicht wahr ist? Wir erschaffen es so wie es ist?

 

G: Selbst das, was nicht wahr ist, hilft dir trotzdem zurück zu kehren. Aber
wenn du dann zurückkehrst, ist es auch Teil der Wahrheit. Ein Beispiel
dafür ist das Negative. Wenn du nicht in der Bewusstheit bist, dann zieht
dich das Negative wirklich runter. Wenn du aber erwacht bist, dann ist
dieses Negative auch ein Teil der Einheit. Es ist also nichts Schlechtes.

 

F: Das bedeutet, das Universum oder wie wir es auch nennen, ist Teil dieses
Puzzles?

 

G: Ja.

 

F: Demnach können wir also unsere Schwächen als eine Wahrheit sehen,
die uns zurückkehren lässt?

 

G: Wenn du dich verlierst, dann ist deine Vorstellung von Wahrheit eine andere. Du schaust dann von einem Frieden, der sich vom Frieden
unterscheidet. Wenn du also diese Vorstellung von Frieden und Glück
hast und dann dein Wahres Selbst siehst, bist du schockiert und gehst
wieder zurück. Weil es anders ist, als das wie du dir Frieden vorstellst.
Und deshalb wird es unbekannt, weil es keine Erinnerung auslöst und es
wiederholt sich. Was auch immer dort ist, es ist unbekannt und das ist der Grund, weshalb du dort nicht hin willst, dorthin woran es keine
Erinnerung gibt. Und daher kommt diese Angst in dir vor dem
Unbekannten, die du überall spürst. Selbst auf der Ebene der Oberfläche
willst du immer wissen, was als nächstes kommt. Wenn ich meinen
Tag nicht geplant habe, fühle ich mich sehr unwohl. Ich muss meine
Zukunft kennen. Du willst dich auf irgendeine Weise absichern, aber das
geschieht niemals. Du bist nicht sicher, aber versuchst es immer noch zu sein, weil du verwickelt bist in dieser Vorstellung. Auch das Zurückkehren
unterscheidet sich davon nicht, weil da das Unbekannte ist und die Dunkelheit. Aber wenn du es lieben lernst zurück zu gehen, dann weicht
diese Dunkelheit auch langsam zurück.

 

F: Das Gewahrsein, das zuerst da war, braucht also unsere Bewusstheit,
damit wir wieder in das Gewahrsein zurück kehren können?

 

G: Es wird sich angleichen, wird miteinander verschmelzen sobald du von deinem erschaffenen Selbst frei wirst. Du tust gar nichts, du erlangst einfach weiter Gewahrsein. Je mehr du an Gewahrsein erlangst, umso mehr verschwindet dein erschaffenes Selbst und dann verschmilzt es mit dem Gewahrsein. So erleben viele das Eins-sein.

Seite 31

 

Gurpreetji's Satsangs finden an verschiedenen Orten in Kanada und im Ausland statt. Im Satsang sind die Suchenden durch Gurpreetji's Anwesenheit und ihre Anleitung fähig, ihr erschaffenes Selbst in einer faszinierenden Klarheit zu sehen. Gurpreetji spricht {in den connections} zu jeder Schülerin und jedem Schüler ganz persönlich. Manchmal beantwortet sie auch Fragen in einer größeren Runde. Einige dieser Ansprachen, Fragen und Antworten sind in ihrem Buch "Wake up!"* zusammengetragen. Es spiegelt Gurpreets unverwechselbaren Weg wider, auf dem sie ihre Schüler aus der Unwirklichkeit in deren eigene innere Wahrheit führt. Wenn du mehr Informationen zu Gurpreetji haben möchtest, schau dir ihre Webseite www.AwakeningwithGurpreet.com an. Dort findest du ihre Interviews, Videos usw.

 

* wake up: wache auf

 

"VERSCHWENDE KEINE ZEIT"

 

Ich sage immer wieder, wenn du erst einmal weißt, verschwende nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde. Lerne einfach, dein ganzes Herz zu geben, deinen Verstand, alles von dem du denkst, dass du es besitzt. Gib es einfach dorthin.
Das ist es, was absolut bedeutet. Du gibst dich dem vollkommen hin. So erlaubst du dir, dich dem Höheren in dir anzugleichen. Ich kenne so viele Menschen, die so verzweifelt sind und in einer tiefen Liebe sind zu geben. Aber sie wissen noch immer nicht, wie sie geben können, was sie geben können. Ich habe bereits erwähnt, dass es keine Rolle spielt, wie sehr du danach rufst, du bist immer noch unwissend, weil du nicht sehen kannst. Du kannst das, was nicht du bist, im Außen sehen, aber du kannst nicht sehen, was du in deinem Innern angehäuft hast. Es ist wirklich schwierig, das zu sehen. Rufen ist gut, es ist es wert danach zu rufen, setze aber gleichzeitig alles daran, selbst zu sehen, was dir im Weg steht, woran du noch festhältst. Schritt für Schritt wird es dir gelingen zu sehen. Du kannst nicht alles auf einmal sehen, dein Festhalten, deine Muster und das woran du glaubst. Selbst wenn du weißt, wirst du vermutlich mehrmals darüber lesen. So viele Bücher wurden darüber geschrieben, aber zu sehen unterscheidet sich davon ganz wesentlich. Bücher können dir dabei helfen, in die Richtung zu schauen, aber sie können dir nicht helfen, dich selbst zu sehen. Diese Satsangs sind dazu da, damit du sehen kannst. In diesem Sehen gibt es so viele von euch, die bereit sind und lernen zu sehen. Sie sehen die Person, die selbst im Sehen kreist. Es ist nicht leicht. Am Anfang, wenn du ein kleines bisschen siehst, sagst du "Oh, ich hab's, ich hab's". Das ist leicht, aber innerhalb eines Bruchteiles einer Sekunde verpasst du es einfach.

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